Frische bleibt im Trend

von lönneker & imdahl rheingold salon

convenience im trend

Frische bleibt im Trend

von lönneker & imdahl rheingold salon

Ein Interview von Jens Lönneker zur aktuellen Entwicklung von Convenience und Regionalität, veröffentlicht von Jens Hertling in Lebensmittel Praxis.

Wie wird das Convenience-Sortiment nach Beendigung der Corona-Pandemie sein?

So richtig beendet wird die Corona-Pandemie ja voraussichtlich nicht so schnell sein. Von daher ist davon auszugehen, dass sich die Trends nach mehr gesunder Frische, Ready Made, Milchalternativen in Verbindung mit Lieferleistungen fortsetzen werden.

Was bedeutet das für die Supermärkte?

Je jünger und urbaner das Publikum, umso mehr haben die Supermärkte eine neue Funkton. Sie ersetzen quasi das Werbefernsehen von früher. Man schaut sich heute im Supermarkt vor Ort an, was es so alles gib. Die Supermärkte werden betrachtet wie eine gigantische Vorschlagsliste für Food und Beverages: Man guckt, was einen „anmacht“. Dazu kann alles zählen, was recht schnell zuzubereiten und zu konsumieren ist: Produkte im klassischen Warenangebot, Convenience-Produkte in der Kühlung, aber auch frisch zubereitete eher gastronomischeAngebote vor Ort. Natürlich werden auch die klassichen Formen des Einkaufens und Kochens weiter existieren und die Produkte nachgefragt. Aber der Entertainment-Charakter des Warenangebots vor Ort wird zunehmen.

Stichwort Gesundheit: Welche Rolle spielt dieser Aspekt?

Wir wollen einfach nicht mehr sterben: Einer der Bestseller unserer Zeit hat daher auch den Titel „How not to die“. Gesundheit ist eine neue Religion unserer Zeit, der wir fast alles unterordnen: Ernährung, Fitness, Lebenswandel. Für den Convencince-Markt ist Gesundheit als Coverstory extrem wichtig. Dennoch gilt auch hier: Es muss letzlich auch schmecken. Nicht wenige sind bereit zu mogeln, wenn das Ganze einen gesunden Anstrich hat. Und natürlich kein Trend ohne Gegentrend: Manchmal will man einfach das Leben auskosten, egal ob es nun gesund ist oder nicht.

Welche Rolle spielt das Convenience- Angebot bei der Wahl des Supermarkts aus Verbrauchersicht?

Der Convenience-Bereich wird immer wichtiger. Denn viele Kunden betrachten das Angebot im Supermarkt wie eine Art Speisekarte, von der sie auswählen könnne, worauf sie gerade Lust haben. In der Konsequenz heißt das, dass viele Produkte im Idealfall recht schnell zubereitet und konsumiert werden können und müssen.

„Supermärkte ersetzen quasi das Werbefernsehen von früher.“

Jens Lönneker

Wird der Convenience-Bereich für die Wahrnehmung der Kunden so wichtig wie etwa die Obst- und Gemüseabteilung?

Ja, so ist es, und für viele ist er das bereits jetzt schon. Es gibt zudem Überschneidungen mit Obst und Gemüse- etwa durch Salat- und Fruchtmischungen oder Bowls mit hohem Gemüseanteil.

Steht Convenience in Konkurrenz zum Restaurant?

Aus psychologischer Sicht kann man auch das eindeutig mit „Ja“ beantworten. Ich kann zum Beispiel in der Mittagspause holen, ob ich ins Restaurant gehe, ein Take-away aus der Gastronomie mitnehme oder mit etwas aus dem Convenience-Bereich des Supermarktes zusammenstelle. Hinzu kommt, dass die meisten Unternehmen ihren Mitarbeitern inzwischen zumindest kleine Teeküchen bieten, in denen sie sich etwas schnell final zusammenstellen oder gar zubereiten können. Im Wettbewerb kann der Supermarkt dabei bei Auswahl, Frische und Preis punkten.

Wo sehen Sie vegan/vegetarisch und Bio? Sind das Impulsgeber für Ihre Produkte oder für die Branche?

Vegane/vegetarische und Bioprodukte sind die „Leitwährungen“ einer neuen, sehr gängigen Weltauffassung. Dabei wird der Mensch als ein schädlicher Herrscher über die Welt gesehen, der sein Verhalten ändern und zum Hüter der Welt werden muss. Vegane, vegetarische und Bio-Produkte stehen psychologisch grundsätzlich für einen vorbildlichen, behutsamen Umgang mit der Natur und mit uns selbst.

Wie wichtig ist dabei „Regionalität“?

Regionalität ist ein Mega-Hype, weil er sowohl Fridays-for-Future-Fans als auch national-konservative Kreise erfolgreich anspricht. Die einen betonen die kurzen Transportwege und ihren positiven Einfluss auf das Klima, die anderen freuen sich darüber, dass Produkte aus ihrer Region favorisiert werden.

Welchen Beitrag leisten Start-ups für die Food-Branche?

Wir sehen von Start-ups starke Einflüsse bei der Digitalisierung der Bestell-und Kaufvorgänge, der Weiterentwicklung von Convenience-Angeboten, bei neuen Rezeptur- und Angebotsformen sowie einer neuen Art und Weise, die Customer Experience zu begreifen und zu gestalten. Kurz: Sie revolutionieren wie eben jede neue Generation die wesentlichen Food-Bereiche.

Den gesamten Artikel finden Sie auch hier.