Die Psychologie des Putzens- Jens Lönneker bei "Radiowissen"

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Die Psychologie des Putzens- Jens Lönneker bei "Radiowissen"

Jens Lönneker

Putzen bedeutet auf den ersten Blick, Schmutz zu entfernen – tiefenpsychologisch betrachtet geht es jedoch um weit mehr: um die Wiederherstellung von Ordnung, Kontrolle und innerem Gleichgewicht.

Die Radiowissen Folge „Die Psychologie des Putzens – Zwischen Wegwischen und Kreativitätsschrubben“ zeigt eindrücklich, dass Reinigen nicht nur eine praktische Tätigkeit ist, sondern eine emotional und psychologisch aufgeladene Handlung. Sie bewegt sich im Spannungsfeld zwischen notwendiger Pflicht und individueller Sinnsuche.

Mit dabei ist auch Jens Lönneker, Co-Gründer des rheingold salons, dessen tiefenpsychologische Perspektiven und Studien zur Bedeutung von Haushaltspflege zentrale Einblicke liefern. Unsere tiefenpsychologischen Interviews machten deutlich, dass Putzen weit über bloße Sauberkeit hinausgeht und eng mit dem Bedürfnis nach Stabilität und Selbstwirksamkeit verbunden ist.

In Zeiten wachsender Unsicherheit gewinnt das Zuhause als kontrollierbarer Raum an Bedeutung. Gleichzeitig haben Menschen in ihrem vollen Alltag das Gefühl, nicht mehr in der Lage zu sein die eigene Wohnung in Schuss halten zu können. Hier kann das Putzen einen Akt der Befreiung darstellen. Putzen kann außerdem zu einem Ritual werden, mit dem Menschen äußere Ordnung herstellen – und zugleich innere Unruhe regulieren. Die Beseitigung von Schmutz kann symbolisch für das Zurückdrängen von Überforderung und Unklarheit stehen.

Die Folge verdeutlicht zudem die Ambivalenz dieser Praxis. Viele Menschen empfinden Putzen als lästige Aufgabe, die sie möglichst vermeiden. Andere wiederum erleben es als befreiend, strukturierend oder sogar inspirierend – als Moment, in dem Gedanken geordnet werden und neue Ideen entstehen können.

Diese Spannbreite verweist auf unterschiedliche „psychologische Nutzungen“ des Putzens: Für die einen ist es reines Funktionieren im Alltag, für die anderen eine Form der Selbstregulation oder ein kreativer Prozess, bei dem durch das Entfernen des Alten Raum für Neues entsteht.

Tiefenpsychologisch betrachtet wird dabei sichtbar, dass Putzen oft weniger etwas mit objektiver Sauberkeit zu tun hat als mit dem Wunsch nach Kontrolle. Gerade in einer komplexer werdenden Welt ermöglicht es, in einem klar begrenzten Bereich unmittelbare Wirksamkeit zu erleben. Sichtbare Ergebnisse – der saubere Raum, die geordnete Oberfläche – schaffen ein Gefühl von Stabilität, das in anderen Lebensbereichen häufig schwerer zu erreichen ist.

Diese und andere Perspektiven weiterer Expert:innen hören Sie hier in der gesamten Folge „Radiowissen - Die Psychologie des Putzens - Zwischen Wegwischen und Kreativitätsschrubben“.

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